Forschungsaufenthalt in Wilhelmshaven, Niedersachsen

16.-21. August 2020

Während meines Forschungsaufenthalts, der mit einem Dérive durch Wilhelmshaven startete, hatte ich die Möglichkeit über den „talentCAMPus RANGEHEN! ZUKUNFT BAUEN! Einfach mal die Welt retten – WHV 2030“ an der Jungen Landesbühne Niedersachen Nord (julabü) in Kooperation mit der jungen Volkshochschule Wilhelmshaven und dem Jugendzentrum Point Einblicke in ihre Arbeit zu bekommen. Der talentCAMPus als Sommerferienangebot gab Kindern und Jugendlichen einen Raum um an inszenatorischen Prozessen mitzuwirken, mitzubestimmen und ihre Belange artikulierbar zu machen. In einer Zeit nach bzw. vor einem erneuten Lockdown im August 2020.

Die (Junge) Landesbühne Niedersachsen Nord verortet sich nicht nur an den zwei Spielstädten in Wilhelmshaven, dem Stadttheater und dem TheOs (Theater am Ozeanis), sondern an zwölf weiteren festen Spielorten mit Theaterbühnen sowie weiteren wechselnden Spielorten in Aulen von Schulen, in Turnhallen, auf Dorfplätzen, in Schlössern, in Kindergärten oder auch auf Plätzen in Wilhelmshaven oder auch temporär an der Volkshochschule WHV, wie beispielsweise im beschriebenen talentCAMPus.

Ich möchte hier nicht weiter auf die unterschiedlichen Spiel- und Probenorte eingehen, sondern auf das ausgewählte Foto (siehe oben). Es zeigt die Kante zum Wasser am Vorplatz des TheOs. Es ist ein Ort direkt am Wasser. Eine Akteurin des Jugendclubs der Jungen Landesbühne (julabü), zeigte mir diesen Ort in einem Walking Interview. An der Kante sitzend lauschen wir dem Geplätscher von Wellen, schreienden Möwen, den Stimmen vorbeilaufender Fußgänger, knarzenden Fahrrädern, in der Ferne ein vorbeifahrendes Auto, zugleich metallene Geräusche von Baustellen von der anderen Uferseite. Hebt sich der Blick über die Pflanzen, die am Boden zur Wassernarbe durch die Steine ihren Weg gebahnt haben, über das Wasser hinweg, so schauen einem Hochhäuser – wie große Schiffe – und Baukräne entgegen. Es wirkt still, beruhigend, doch die Geräuschkulisse bleibt. Vor und nach den Auftritten versammelt sich der Jugendclub meist vorne am Wasser. Die Theaterclubs, zu denen auch der Jugendclub gehört, bieten Raum für regelmäßige performative und inszenatorische Projekte, die theaterpädagogisch begleitet werden und am TheOs ihre Aufführung finden. Vor den Premieren wird den Theaterclubs etwa eine Woche Zeit eingeräumt, in der sie ihr Stück auf der Bühne des TheOs proben können, die normalerweise nur dem Ensemble zu Verfügung steht. Die Junge Akteurin des Theaterclubs beschreibt diese Momente als besonders, in denen sie als Gruppe vor der Premiere zusammen kommen, häufig im Frühjahr. Für sie ist dieser Ort direkt am Wasser ein Ort, an dem die ganze Aufregung vor der Aufführung ,rauskommt‘, sich entlädt und sich alle zugleich freuen, dass es gleich losgeht und das im Jugendclub entwickelte Stück auf die Bühne gebracht wird. (Notizen zum Walking Interview, August 2020, Wieland)

Eintrag von Janna R. Wieland

Foto Janna R. Wieland

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